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08.06.2015

Die BlauPause: Viel Sonne und viel Schatten



Am 6. Juni wurde der 50. Geburtstag der Ruhr-Universität gefeiert. Es war ein sonniges und schönes Fest. Aber leider überschatteten einige Ereignisse die große Sause. Das Rektorat bleibt auf dem rechten Auge blind und der AStA der Mitte bewies wieder einmal seine Inkompetenz. Die RUB wurde für den Bundespräsidenten aufgehübscht: es wurde gestrichen, Bäume und Pflanzen wurden aufgestellt. Die Uni ist in einem Glanz erstrahlt, der gar nicht existiert. Es wurde eine Fassade aufgebaut, um die Promis zu blenden. Das echte Gesicht der Ruhr-Universität: schmutzig, studentisch, aktivistisch und ehrlich, wurde unter einer Tonne Schminke versteckt!

Falsch verbunden!

Die BlauPause sollte ein Fest der Vielfalt für alle Studierenden sein. Doch es präsentierten sich auch rechte Verbindungen und setzten damit ein Zeichen für Sexismus und ewiggestriges Gedankengut. Über Wochen versuchten progressive Gruppen die Männerbünde von der BlauPause zu verbannen. Die übergroße Mehrheit der Ruhr-Uni stellte sich gegen die Verbindungen. Das Studierendenparlament beschloss, dass für Studentenverbindungen kein Platz sein darf, viele Mitarbeiter*innen der RUB riefen das Rektorat auf, den reaktionären Kräften keinen Raum zu bieten, die Fachschaften, die KLIB, die BIER, die Jusos und auch wir versuchten alles, um die Burschen und ihre Gesinnungsgenossen wieder auszuladen. Das Autonome FrauenLesbenreferat sagte wegen den Verbindungen sogar seine Teilnahme auf der BlauPause ab und erhob schwere Vorwürfe gegen die Unileitung und den AStA. Zusammen mit den Jusos schrieben wir einen Brief an den Bundespräsidenten, der sich auch freundlich zurückmeldete, jedoch selbst nichts gegen die Männerbünde unternahm.
All das hat aber nicht ausgereicht, um Rektor Weiler zur Vernunft zu bringen. Damit hat er vielen
Menschen das Fest vermiest.

Kreative Aktionen und Protest

Wir als Grüne Hochschulgruppe waren uns unsicher, ob auch wir die BlauPause wegen der reaktionären Umtriebe boykottieren sollten. Aber wir haben uns dagegen entschieden und alle unsere Energie in die Aufklärung über Studentenverbindungen gelegt. Mit Transparenten und einem Flyer gegen Verbindungen haben wir auf die menschenfeindlichen Ideologien der Männerbünde aufmerksam gemacht. Wir wollten den Tag auch bewusst nicht nutzen, um Werbung für uns selbst zu machen, der Protest gegen die Burschen stand alleinig auf der Agenda. Die Jusos hatten eine ähnliche Strategie, sie nutzen ihren Stand auch, um gegen die Studentenverbindungen zu agieren.

Zusammen mit anderen Gruppen stellten wir uns den Verbindungen entgegen und protestierten gegen ihre Ansichten. Da der AStA auf die „glorreiche“ Idee kam, die Studentenverbindungen direkt vor die Polizei setzen zu lassen, griffen Einsatzkräfte leider auch sehr schnell gegen unseren Protest ein. Deswegen konnten wir jeweils nur ein paar Minuten vor den einzelnen Verbindungen demonstrieren. Unsere Aktionen erweckten jedoch sehr viel Aufmerksamkeit. Auf der ganzen BlauPause wurde über die Männerbünde diskutiert und fast alle schlossen sich unserer Ansicht an, dass die Verbindungen auf so einem Fest nichts verloren haben.

Gegen Linke wird vorgegangen, gegen Rechte nicht!

Leider bestätigte sich, dass das Rektorat auf dem rechten Auge blind ist, aber gegen Linke vorgeht. Neben den völlig unnötigen Polizeiaktionen, wurden auch linke Aktivist*innen beim Festakt der Ruhr-Universität im Audimax hinausgeworfen, obwohl sie geladen waren. Und dies nur, weil sie sich am Abend zuvor an kreativen Protesten beteiligen wollten. Die Reaktionären auf der BlauPause konnten jedoch gegen Linke hetzen und Transparente mit fragwürdigem Inhalt hochhalten. Die Streckenordnung hätte so etwas eigentlich untersagt. An die Streckenordnung hat sich aber sowieso niemand gehalten. Über Wochen und Monate hat die gesamte Studierendenschaft mit der Unileitung über diese Ordnung gestritten und musste viele Verbesserungen erkämpfen. Aber dann hat sich plötzlich niemand mehr für die Streckenordnung interessiert. Kein*e Ordner*in hat auch nur versucht, sie umzusetzen. Sie kannten sie nicht einmal.

Der AStA der Inkompetenz

Auch der AStA hat sich mal wieder nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Er war zuständig für das leibliche Wohl auf der BlauPause. Ursprünglich wollte er Konzessionen an Gastronomien ausgeben, Getränkestände organisieren und für regelmäßig wiederkehrende Wasseranschlüsse sorgen. Doch all das gab es nicht! Ein paar wenige Stände gab es zwar, aber trotzdem saßen fast alle Stände und Besucher*innen den ganzen Tag bei praller Sonne auf dem Trockenen. Wirklich was zu Essen gab es zwischen Unicenter und Innenstadt nicht. Ein Versagen des AStA!

Viel Schatten und ein wenig Licht

Die BlauPause wird die Uni nun aber als Riesenerfolg feiern. Sei es ihr gegönnt. Jedoch war das Wetter der größte Garant für die vielen Besucher*innen auf der Unistraße. Mit spannenden Aktionen, einer guten Verpflegung oder kreativen Ideen konnte die Uni kaum aufwarten. Hier hat sie versagt und ihre Hände hat sie sich mit den Studentenverbindungen auch noch schmutzig gemacht! Das Engagement der Fachschaften, Initiativen und Institute war hingegen groß. Aber der wahre Höhepunkt der BlauPause hat nicht einmal die Uni zu verantworten oder fand auch nur in der Nähe dieser statt. Das echte Fest fand nach der BlauPause auf dem Rathausplatz statt, organisiert von der Stadt Bochum. Hier konnten alle gemeinsam feiern, ohne eingeengt zu sein, ohne Ordner*innen, ohne Burschenschaften, mit Musik und Videokunst. Ottilie Scholz, unsere Oberbürgermeisterin, präsentierte sich so nah wie selten. Bis tief in die Nacht legte sie Musik auf und feierte zusammen mit den Menschen. Anscheinend ist die Ruhr-Universität immer noch nicht ganz im Herzen der Stadt angekommen. Elmar Weiler hat mal wieder eine Chance vertan.

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